In Gedenken an den 9.11.1938

KerzenGestern war es auf den Tag 75. Jahre her, als in Deutsch­land, vom na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Re­gime or­ga­ni­sier­te und ge­lenk­te Ge­walt-​ und Hetz­maß­nah­men gegen Juden und Jü­din­nen statt­fan­den. Im Laufe der No­vem­ber­pro­gro­me vom 7. bis zum 13. No­vem­ber wur­den
etwa 400 Men­schen er­mor­det oder in den Selbst­mord ge­trie­ben.Über 1.​400 Syn­ago­gen, Bet­stu­ben und sons­ti­ge Ver­samm­lungs­räu­me sowie tau­sen­de Ge­schäf­te, Woh­nun­gen und jü­di­sche Fried­hö­fe wur­den zer­stört. Ab dem 10. No­vem­ber wur­den un­ge­fähr 30.​000 Juden in Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern in­haf­tiert, von denen Hun­der­te er­mor­det wur­den oder an den Haft­fol­gen star­ben.
Auch in Lünen wur­den diese grau­sa­men Ver­bre­chen ver­übt. So ver­such­ten Ter­ror­trupps der SS und SA die Syn­ago­ge an der Kirch­str. an­zu­zün­den, in der auch eine jü­di­sche Schu­le und eine Haus­meis­ter­woh­nung war . Die Brän­de konn­ten aber von der Feu­er­wehr ge­löscht wer­den. Die Syn­ago­ge wurde dann im Laufe des Krie­ges durch Bom­ben zer­stört. Doch alles was nicht niet- und na­gel­fest war wurde von den Nazis auf den Markt­platz ge­schleppt und ver­brannt. 4 jü­di­sche Bür­ger kamen im Laufe der Nacht ums Leben. 2 wur­den in ihren Woh­nun­gen in Lünen Süd er­schos­sen, der drit­te wurde in die Lippe ge­trie­ben, in der er dann auch er­trank und der 4. starb an den Fol­gen sei­ner Miss­hand­lun­gen. Wei­te­re Juden und Jü­din­nen wur­den miss­han­delt und wei­te­re Woh­nun­gen und Ge­schäf­te zer­stört. Die Täter wur­den erst 10 Jahre spä­ter be­straft. Nach der Reichs­pro­grom­nacht wurde auch der jü­di­sche Fried­hof an der Müns­ter­str. /Ecke Goe­the­stra­ße, der so­ge­nann­te Ju­den­berg, ein­ge­eb­net und somit zer­stört. Man kann nicht genau sagen, wie­vie­le Juden und Jü­din­nen in Lünen ums Leben kamen, da alle amt­li­chen Do­ku­men­te vom NS – Re­gime ver­nich­tet wurden.​An diese grau­sa­me Nacht er­in­nern in der Lüner In­nen­stadt nur noch 2 Denk­mä­ler. Eins di­rekt an der Lippe und ein Ge­denk­stein dort, wo da­mals die Syn­ago­ge stand.

An­läss­lich des 9. No­vem­bers wurden in City- Nähe 2 Trans­pa­rente mit der Auf­schrift „Kein Ver­ge­ben, kein Ver­ges­sen!“ und „Nie wieder Deutschland“ an eine Brü­cke ge­han­gen. Des­wei­te­ren stell­ten wir Ker­zen an beide Judendenk­mäler in der City ,um den 4 in der Nacht des 9. No­vem­bers ver­stor­be­nen Juden zu ge­den­ken, und hiel­ten jeweils eine Schwei­ge­mi­nu­te ab.





http://schwarzerzucker.blogsport.de/comments/feed/