Straßenumbenennung #2

Laut einer Mail wurden in der Nacht vom 29.06. auf den 30.06. rund 500 Flyer mit dem Thema der Straßenumbennung in der Moltkestr und der Ferdinant-Sauerbruch-Str. an Anwohner_innen verteilt. Thematisiert wurde auf dem Flyer die Wichtigkeit der Umbenennung der beiden Straßen und was es mit den Namensgebern auf sich hat. Die Flyerverteilung ist als nachfolgende Aktion auf die symbolische Straßenumbenennung der „Autonomen Stadtgespenster“ am letzten Wochenende zu verstehen.

Text des Flyers:

///////////straßenumbenennungen in lünen/////////////////////////

wir, antifaschistische jugendliche aus lünen, wollen sie, anwohner_innen der moltke- & ferdinant-sauberbruchstr, auf den historischen hintergrund dieser beiden straßen aufmerksam machen und aufzeigen warum es notwendig ist, diese umzubenennen.

zur ferdinant-sauberbruchstr:

ferdinant sauerbruch beteiligte sich, im november 1933, in einem brief „an die ärzteschaft der welt“ am weltweit verbreiteten bekenntnis der deutschen professoren zu hitler und zum nationalsozialismus.
1934 wurde sauerbruch von göhring zum staatsrat ernannt. sauerbruch war zwar kritisch gegenüber hitler (er befürchtete hitler könne der „verrückteste kriminelle der welt“ werden) nahm aber trotzdem den von hitler gestifteten deutschen nationalpreis für wissenschaft und kunst an.1937 wurde sauerbruch in den reichsforschungsrat berufen.
dieser unterstützte auch „forschungsprojekte“ der ss, zu denen die menschenversuche in den konzentrationslagern gehörten. 1942 wurde er zum generalarzt des heeres ernannt und bewilligte in dieser position mittel für senfgasversuche an häftlingen im kz natzweiler.im september 1943 wurde ihm das ritterkreuz mit schwertern des kiegsverdienstkreuzes verliehen.

zur moltkestr:

helmuth karl bernhard von moltke hat sich nicht nur um seinen anteil für die erfolgreichen so genannten deutschen einigungskriegen verdient gemacht, die die grundlage für spätere angriffskriege und die entstehung einer kollektiven deutschen identität bildeten. er gehörte auch schon früh zu den befürwortern einer deutschen expansion nach übersee, um den deutschen lebensraum zu vergrößern.als das deutsche reich in den 1880er jahren in die reihe der europäischen kolonialmächte trat, verfolgte moltke die entwicklung der kolonien mit interesse. große bewunderung hegte er für die beiden ‘kolonialpioniere’ carl peters und hermann wissmann wegen ihres ‘schneidigen vorgehens’ gegen die einheimische bevölkerung.

warum umbenennen?

wir sind der meinung, dass nazis, kriegsverbrecher & rassisten keine straßen verdienen, da eine straße eine ehrung dartsellt, welche in beiden fällen völlig unangebracht ist. wir fordern daher die sofortige umbenennung dieser beiden straßen in siegmund-kniebel-straße & albert-bruch-straße. albert bruch und siegmund kniebel sind 2 der 3 jüdischen opfer, welche am 9. november 1933, in der reichsprogromnacht, in lünen, durch nazis brutal ums leben kamen.





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